Abschied von Social Media

Vor einigen Tagen habe ich mich endgültig dazu entschieden, meine Social Media Aktivitäten zu beenden. Ich war ohnehin nur noch auf zwei Plattformen unterwegs: Instagram und Mastodon. Facebook habe ich schon vor Jahren verlassen, denn gerade die Gruppen, in denen sich Autor:innen trafen, gerieten schnell zu absolut toxischen Blasen. Vom kaum vorhandenen Datenschutz gar nicht erst anzufangen. Zuckerbergs Metaverse ist eine gigantische Werbemaschinerie mit dem Zweck der Manipulation und Gewinnerzielung. Social ist daran gar nichts. Nutzer:innen und ihre Daten sind profitables Nutzvieh, mehr nicht.

Das mag sich yznisch anhören, ist aber so. Nicht umsonst ist das neueste Machwerk von Zuckerberg „Threads“ in der EU verboten. Instagram wiederum ist eine Plattform für Influencer und Selbstdarsteller. Alle schön, alle toll. Kritik? Um Himmels willen! Die Realität blenden viele Nutzer:innen dort einfach aus. Ich war auch schon ziemlich erschüttert, wie wenige Autor:innen, gerade die, die queere Romane schreiben, sich politisch äußerten oder engagierten. Und nein, ein Regenbogen im Profilbild ändert daran nichts! Instagram war für mich eine recht neue Erfahrung und ich war auch nur ein knappes Jahr dort wirklich aktiv. Was ich schon auf Facebook gelernt habe: Social Media Präsenz verkauft keine Bücher! Egal wie viel Zeit man auch investiert mit Postings, Videos oder andere Dinge: So lange ein auf Gewinn und Daten optimierter Algorithmus bestimmt, was Nutzer:innen zu sehen bekommen, ist das Zeitverschwendung.

Kommen wir zu einem Netzwerk der anderen Art: Das Fediverse und hier sein bekanntester Ableger Mastodon. Ich habe mich dort Anfang Januar angemeldet, als Alternative zu Twitter, nachdem Elon Musk den blauen Vogel übernommen hat. Mastodon ist ein dezentrales Netzwerk ohne Algorithmus, ohne Werbung und ohne einen einzelnen Besitzer oder Konzern dahinter. Meine Erfahrungen dort waren durchweg sehr positiv, das Verhältnis von der Anzahl der Follower zu Interaktionen deutlich ausgeglichener und es ist recht einfach zu bedienen. Warum bin ich dann dort weg? Nun, zum Einen sind da noch recht wenige Autor:innen unterweges. Zum anderen brauchte ich eine Auszeit von Politik und sonstigen schlechten Nachrichten. Denn ja, hauptsächlich bin ich dort politisch aktiv gewesen.

Fazit: Die Zeit, die ich auf Instagram und Mastodon verbracht habe – und das waren etliche Stunden pro Tag! – nutze ich lieber, um Bücher zu schreiben, Cover zu gestalten und meine vernachlässigten Webseiten wieder mit frischem Content zu bestücken. Ich hoffe, dass ich mich bald mit anderen Autor:innen über ihre Blogs vernetzen kann und das mir meine Leser:innen auch weiterhin treu bleiben.

Schreiben und bloggen?

Es gibt Vieles in meinem Leben als Autorin, das ich auf Social Media nicht schreiben kann oder will. Sei es wegen der Zeichenbegrenzung oder auch weil es vielleicht einen Großteil der Nutzer auf den gängigen Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter schlicht nicht interessiert, wie der Schreibprozess bei mir täglich so abläuft. Zudem verschwindet so ein Beitrag auch schnell in der Masse. Daher habe ich mich entschieden, einen Sparte auf meiner Webseite einzurichten, die sich mit den täglichen Problemen befasst, denen man als freiberufliche Autorin so begegnet.
Vom Kaffeekonsum bis zur Schreibblockade – hier schreibe ich über alles, was mich beim Schreiben begleitet, inspiriert oder ausbremst.

Los geht es mit einer kleinen Beschreibung meiner derzeitigen Lebenssituation, denn die spielt für die Kreativität natürlich eine große Rolle. Auch Autor:innen können nicht nur von Luft, Liebe und Inspiration leben!

Die vergangenen zwei Jahre waren hart und, hauptsächlich wegen der Auswirkungen der Pandemie aber auch dem Krieg in der Ukraine. Schlussendlich hat es mir mein hauptberufliches Standbein Mediengestaltung komplett zerschossen. Die einzigen Einnahmen kamen nun von meinen Büchern, doch um Romane zu schreiben, fehlte die Zeit. Auch Campingplätze – für längere Aufenthalte – kosten richtig Geld. Zudem ist ein kleines Trekkingzelt – erst recht im Winter – nicht unbedingt eine Arbeitsumgebung, die die Kreativität nur so blühen lässt!

So kam es dann, dass ich nur unregelmäßig schreiben und veröffentlichen konnte, und da blieb es bei Kurzgeschichten und Kurzromanen, die natürlich weniger Tantiemen einbrachten. Nur dank der Spenden so vieler lieben Menschen habe ich den vergangenen Winter überlebt. Nun war das Ziel, eine Unterkunft gegen Arbeit zu finden, für mindestens drei Monate, am besten aber länger, damit ich mich darauf konzentrieren konnte, finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Gefunden habe ich dann eine kleine Finca in Spanien, genauer gesagt in der Nähe von Teulada/Valencia, auf der ich bis zum Frühjahr 2024 bleiben kann. Mehr dazu könnt ihr auf dem Nomadenblog lesen.

Der Fokus liegt natürlich auf dem Wiederaufbau des Standbeins Mediendesign, aber auch auf mehr künstkerischen Projekten wie digitale Aquarellemalerei. Das Schreiben steht jedoch derzeit im Vordergrund. Vor allem in den Wintermonaten werde ich mich wohl auf Projekte konzentrieren, die viel Recherche und Vorarbeit benötigen, wie zum Beispiel die historischen Romane. In diesem Sinne: Ich freue mich auf ein Wiederlesen.