„Die Witwenhochzeit“ erfolgreicher als gedacht

Am 14. Juni erschien mein erster historischer Roman mit nichtqueeren Protagonisten »Die Witwenhochzeit« unter meinem zweiten und neuen Pseudonym Prudence Calver. Überraschenderweise hat das Buch es bei Amazon bis auf Rang 2 geschafft und befindet sich immer noch unter den ersten 20 Plätzen! (Derzeit auf Platz 13) Das habe ich nicht erwartet und ja, ich bin auch ein bisschen stolz darauf. Prudence Calver ist ja ein noch unbekannter Name.

Bislang gibt es noch keine Rezensionen, nur Bewertungen, aber ich hoffe, bald lesen zu können, ob und warum mein Roman Leser:innen gefällt oder auch nicht gefällt. Derweil sage ich danke an alle, die »Die Witwenhochzeit« gelesen haben oder noch lesen und schreibe fleißig an meinem nächsten historischen Projekt weiter. Der zweite Roman, der unter dem Pseudonym Prudence Calver herauskommt, erscheint voraussichtlich im Herbst diesen Jahres und trägt den Titel »Das Erbe der Tremaines«.

Historische Romane – oder: Wie alles begann

Geschichten habe ich mir schon als Kind ausgedacht. Bevorzugt Gruselstorys, mit denen ich in Ferienlagern die anderen Kinder unterhalten 8und erschreckt) habe. Im Deutschunterricht bekam ich regelmäßig unter meine Hausaufgaben geschrieben: Hervorragend, aber zu viel Fantasie! Nun ja, ich war eben gelangweilt von den Themen, die wir so vorgegeben bekommen hatten.

Mit vierzehn Jahren dann las ich meinen ersten historischen Roman. Es war Der Page und die Herzogin von Georgette Heyer. Der Roman Der Teufel zu Pferde von Victoria Holt folgte kurz darauf und von da an war ich unheilbar infiziert. Schon in der Schule hatte mich französische Geschichte ganz besonders interessiert und ich wollte unbedingt Romane darüber schreiben. Einen Strich durch die Rechnung machten mir meine sehr sehr konservativen Pflegeeltern (Schreiben als Beruf? Du bist wohl verrückt?) und die beginnende erste Berufsausbildung, die mir leider keine Zeit mehr ließ, wenigstens in meiner Freizeit zu schreiben.

Erst Mitte der 90iger Jahre fand ich zurück zum Schreiben, bewegte mich aber weiterhin im Gruselgenre und schrieb Kurzgeschichten für Anthologien, die im Bastei Lübbe Verlag erschienen.

Doch auch mein Traumjob als Pferdewirtin bot zu wenig Zeit und so dauerte es bis 2010, bis ich das Schreiben ernsthaft wieder aufnahm. Diesmal aber schrieb ich endlich das, was ich schon immer wollte: Historische Romane. Bis Oktober 2012 – der Monat, in dem ich nach Frankreich ausgewandert bin – stellte ich drei Manuskripte fertig und schrieb drei weitere bis etwa zur Hälfte. Der erste Roman »Im Schatten des Zwillings«, ein historischer Romantik-Thriller erschien aber erst im April 2021, da ich die Jahre dazwischen erst mit meinem Pferd, später mit dem Fahrrad durch Frankreich getourt bin.

Mit »Laurent und der Spion Napoleons« veröffentlichte ich im Mai 2024 meinen zweiten historischen Roman. Derzeit arbeite ich an »Die Witwenhochzeit«, der in England im Jahr 1805 spielt. Er erscheint am 14. Juni 2024 unter meinem anderen Pseudonym Prudence Calver, da er keine queeren Protagonisten hat. Weitere historische Romane sind bis Frühjahr 2025 geplant, bevor es – sofern meine Gesundheit es zulässt – wieder auf die nächste Radwandertour geht.

Unterhaltung versus Realität in (Liebes) Romanen

Die meisten Leser und Leserinnen kaufen sich Bücher, um unterhalten zu werden und sich entspannen zu können. Stichwort: Leichte Lektüre. Aber was bedeutet das eigentlich? Dürfen in diesen Romanen also keine zeitgenössischen oder ernsten Themen behandelt werden, weil das dann eben keine reine Unterhaltung mehr ist? Nach einigen Rezensionen, die ich vor allem zu einigen Kurzgeschichten aber auch zu meiner Reihe „Soulanimals“ erhalten habe, stellt das für einige Leser und Leserinnen scheinbar tatsächlich ein Problem dar. Viele meiner Romane sind Genre übergreifend, das heißt, dass ich verschiedene Genres miteinander verknüpfe. Liebesroman mit Fantasy (Romantasy), Thriller oder Drama zum Beispiel. Fast immer aber besteht ein Bezug zu aktuellen Themen unserer Zeit. Ich sehe mich als Autorin nicht von der Realität losgelöst, ebensowenig meine Romane.

Es gibt nunmal Themen, die mir ganz persönlich am Herzen liegen. Teils, weil ich selbst damit konfrontiert worden bin, teils aber auch, um meinen Charakteren mehr Tiefe zu verleihen und Lesern einen Denkanstoß zu geben, ohne zu moralisieren. Eine Gratwanderung. Ob Rassismus, Homofeindlichkeit, Tierquälerei oder Klimawandel: Mehr oder weniger findet man diese Themen in meinen Romanen wieder. Da meine Protagonisten Männer aus dem queeren Spektrum sind, dominieren natürlich ihre Probleme, die sie in unserer Gesellschaft haben. Jetzt wird sogenannte „Gay-Literatur“ leider immer noch allzuhäufig auf die sexuelle Komponente reduziert. Zwei heiße Kerle begegnen sich und hüpfen schnellstmöglich und oft miteinander in die Kiste. Eine Prise Konflikt dazu und fertig ist der Unterhaltungsroman für die enstprechende Leserschaft. Dass sich diese Art Romane gut verkaufen, zeigen die Bestsellerlisten von Amazon.

Stört mich das? Ja und nein. Jeder Roman – sofern er Gewalt, Rassismus und Ähnliches nicht verherrlicht – hat seine Berechtigung und findet seine Leser. Nur: Meine Bücher fallen nicht darunter. Mein Fokus ist ein gänzlich anderer. Zwar spielt die Liebe auch eine große Rolle, doch auch hier versuche ich, nicht das „Übliche“ zu schreiben, sprich: Zwei Menschen begegnen sich, verlieben sich sofort oder auch erst später ineinander, gefolgt von meistens einem Konflikt, der zur Trennung führt mit anschließender Versöhnung, und das jeweilige Paar reitet in den sprichwörtlichen Sonnenuntergang. Im Prinzip kann man Liebesromane, gleich ob queer oder hetero, auf diesen Handlungsfaden runterbrechen. Das fand ich schon immer ausgesprochen öde, weswegen ich weder Romane noch Filme dieser Art konsumiere.

Erstaunlich fand ich es auch, dass es kaum – bei deutschen Autor*innnen so gut wie gar nicht – Romane gab, in denen die Pandemie wenigstens erwähnt wurde. Eine Ausnahme ist der Roman der amerikanischen Autorn L. A. Witt, Titel: Bis die Welt zum Stillstand kommt. Aber sonst? Nada. Absolute Funkstille. Als wäre es ein Fluch, ein solches Thema in der Unterhaltungsliteratur zu thematisieren. Realitätsflucht? Angst vor Einbußen der Einnahmen? Die Furcht, sich seinen Stammleserkreis zu vergraulen? Keine Ahnung, wobei man tatsächlich mit Reaktionen klarkommen muss, die einem unter die Haut gehen. Ich bekam schon Hass-Mails, weil ich über Rassismus geschrieben habe. Oder Rezensenten, die mich als Arschloch bezeichnet haben, inklusive 1-Sterne-Bewertungen. Also ja, damit muss man offenbar rechnen.

Ich denke, als Autor*in sieht man Literatur ohnehin mit anderen Augen als reine Leser*innen. Man liest Bücher- auch Romane – einfach anders, kritischer, womit ich nicht krampfhafte Fehlersuche oder Rosinenpicken meine. Nicht selten ertappe ich mich dabei, dass ich gedanklich einen Satz umformuliere oder eine Szene in meinem Kopf anders gestalte. Und: ich lese immer seltener Romane. Schon aus Zeitgründen, weil ich viel Recherchematerial zu meinen – vor allem den historischen – Romanen lese und Dokumentationen anschaue. Im Schnitt vielleicht nur noch ein Buch pro Monat. das hat auch damit zu tun, dass bestimmte Genres sich totlaufen (Für meinen Lesegeschmack). Beispielsweise Gestaltwandler-Romane. Das ist nur noch Schablone, die verwendet wird, bis ein neuer Trend kommt. Massenware. Nicht mein Ding, egal, ob sich damit Geld verdienen lässt oder nicht.

So, genug gerantet für heute. Was ist eure Meinung zu dem Thema? Wie viel Realität veträgt eurer Ansicht nach ein Unterhaltungsroman? Was sind für euch absolute No-Go-Themen?

Abschied von Social Media

Vor einigen Tagen habe ich mich endgültig dazu entschieden, meine Social Media Aktivitäten zu beenden. Ich war ohnehin nur noch auf zwei Plattformen unterwegs: Instagram und Mastodon. Facebook habe ich schon vor Jahren verlassen, denn gerade die Gruppen, in denen sich Autor:innen trafen, gerieten schnell zu absolut toxischen Blasen. Vom kaum vorhandenen Datenschutz gar nicht erst anzufangen. Zuckerbergs Metaverse ist eine gigantische Werbemaschinerie mit dem Zweck der Manipulation und Gewinnerzielung. Social ist daran gar nichts. Nutzer:innen und ihre Daten sind profitables Nutzvieh, mehr nicht.

Das mag sich yznisch anhören, ist aber so. Nicht umsonst ist das neueste Machwerk von Zuckerberg „Threads“ in der EU verboten. Instagram wiederum ist eine Plattform für Influencer und Selbstdarsteller. Alle schön, alle toll. Kritik? Um Himmels willen! Die Realität blenden viele Nutzer:innen dort einfach aus. Ich war auch schon ziemlich erschüttert, wie wenige Autor:innen, gerade die, die queere Romane schreiben, sich politisch äußerten oder engagierten. Und nein, ein Regenbogen im Profilbild ändert daran nichts! Instagram war für mich eine recht neue Erfahrung und ich war auch nur ein knappes Jahr dort wirklich aktiv. Was ich schon auf Facebook gelernt habe: Social Media Präsenz verkauft keine Bücher! Egal wie viel Zeit man auch investiert mit Postings, Videos oder andere Dinge: So lange ein auf Gewinn und Daten optimierter Algorithmus bestimmt, was Nutzer:innen zu sehen bekommen, ist das Zeitverschwendung.

Kommen wir zu einem Netzwerk der anderen Art: Das Fediverse und hier sein bekanntester Ableger Mastodon. Ich habe mich dort Anfang Januar angemeldet, als Alternative zu Twitter, nachdem Elon Musk den blauen Vogel übernommen hat. Mastodon ist ein dezentrales Netzwerk ohne Algorithmus, ohne Werbung und ohne einen einzelnen Besitzer oder Konzern dahinter. Meine Erfahrungen dort waren durchweg sehr positiv, das Verhältnis von der Anzahl der Follower zu Interaktionen deutlich ausgeglichener und es ist recht einfach zu bedienen. Warum bin ich dann dort weg? Nun, zum Einen sind da noch recht wenige Autor:innen unterweges. Zum anderen brauchte ich eine Auszeit von Politik und sonstigen schlechten Nachrichten. Denn ja, hauptsächlich bin ich dort politisch aktiv gewesen.

Fazit: Die Zeit, die ich auf Instagram und Mastodon verbracht habe – und das waren etliche Stunden pro Tag! – nutze ich lieber, um Bücher zu schreiben, Cover zu gestalten und meine vernachlässigten Webseiten wieder mit frischem Content zu bestücken. Ich hoffe, dass ich mich bald mit anderen Autor:innen über ihre Blogs vernetzen kann und das mir meine Leser:innen auch weiterhin treu bleiben.

Schreiben und bloggen?

Es gibt Vieles in meinem Leben als Autorin, das ich auf Social Media nicht schreiben kann oder will. Sei es wegen der Zeichenbegrenzung oder auch weil es vielleicht einen Großteil der Nutzer auf den gängigen Plattformen wie Facebook, Instagram oder Twitter schlicht nicht interessiert, wie der Schreibprozess bei mir täglich so abläuft. Zudem verschwindet so ein Beitrag auch schnell in der Masse. Daher habe ich mich entschieden, einen Sparte auf meiner Webseite einzurichten, die sich mit den täglichen Problemen befasst, denen man als freiberufliche Autorin so begegnet.
Vom Kaffeekonsum bis zur Schreibblockade – hier schreibe ich über alles, was mich beim Schreiben begleitet, inspiriert oder ausbremst.

Los geht es mit einer kleinen Beschreibung meiner derzeitigen Lebenssituation, denn die spielt für die Kreativität natürlich eine große Rolle. Auch Autor:innen können nicht nur von Luft, Liebe und Inspiration leben!

Die vergangenen zwei Jahre waren hart und, hauptsächlich wegen der Auswirkungen der Pandemie aber auch dem Krieg in der Ukraine. Schlussendlich hat es mir mein hauptberufliches Standbein Mediengestaltung komplett zerschossen. Die einzigen Einnahmen kamen nun von meinen Büchern, doch um Romane zu schreiben, fehlte die Zeit. Auch Campingplätze – für längere Aufenthalte – kosten richtig Geld. Zudem ist ein kleines Trekkingzelt – erst recht im Winter – nicht unbedingt eine Arbeitsumgebung, die die Kreativität nur so blühen lässt!

So kam es dann, dass ich nur unregelmäßig schreiben und veröffentlichen konnte, und da blieb es bei Kurzgeschichten und Kurzromanen, die natürlich weniger Tantiemen einbrachten. Nur dank der Spenden so vieler lieben Menschen habe ich den vergangenen Winter überlebt. Nun war das Ziel, eine Unterkunft gegen Arbeit zu finden, für mindestens drei Monate, am besten aber länger, damit ich mich darauf konzentrieren konnte, finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Gefunden habe ich dann eine kleine Finca in Spanien, genauer gesagt in der Nähe von Teulada/Valencia, auf der ich bis zum Frühjahr 2024 bleiben kann. Mehr dazu könnt ihr auf dem Nomadenblog lesen.

Der Fokus liegt natürlich auf dem Wiederaufbau des Standbeins Mediendesign, aber auch auf mehr künstkerischen Projekten wie digitale Aquarellemalerei. Das Schreiben steht jedoch derzeit im Vordergrund. Vor allem in den Wintermonaten werde ich mich wohl auf Projekte konzentrieren, die viel Recherche und Vorarbeit benötigen, wie zum Beispiel die historischen Romane. In diesem Sinne: Ich freue mich auf ein Wiederlesen.